Brüderles Chancen auf FDP-Vorsitz steigen
In der FDP wächst der Wunsch, den stellvertretenden Bundesvorsitzenden Rainer Brüderle zum neuen Parteichef zu wählen, falls Guido Westerwelle stürzt. Führende Liberale loben Brüderle im SPIEGEL für seinen Auftritt und seine Arbeit als Bundeswirtschaftsminister. "Brüderle macht es genau richtig. Er hat durch seine ruhige Art an Boden gewonnen", sagt der FDP-Ehrenvorsitzende Hans-Dietrich Genscher. "Rainer Brüderle macht einen sehr guten Job", sagt auch der sächsische FDP-Chef Holger Zastrow. "Er tut genau das, was man von ihm erwartet. Die FDP braucht sich nicht neu zu erfinden, sie kann mit ihren Inhalten erfolgreich sein." Ähnlich sieht es Hessens FDP-Chef Jörg- Uwe Hahn: "Brüderles Auftritte sind sehr gut, egal ob beim Thema Opel oder Fachkräftemangel. Er überzeugt inhaltlich und in der Außenwirkung." Auch in der FDP-Bundestagsfraktion bekommt Brüderle viel Unterstützung. "Rainer Brüderle hat Standing", sagt der Wirtschaftspoli tiker Werner Simmling. "Von seiner Entscheidungsstärke und seiner Kompetenz ist mittlerweile jeder überzeugt. Auch solche, die weniger marktliberal sind."
Brüderles Chancen auf den Parteivorsitz sind gestiegen, seit Andreas Pinkwart sich vom FDP-Bundesvorstand und dem FDP-Landesvorsitz in Nordrhein-Westfalen zurück - gezogen hat. Pinkwarts Nachfolge ist noch ungeklärt, und im Frühjahr steht turnusgemäß die Wahl des Bundesparteichefs an. "Bis dahin wird sich die NRW-FDP noch nicht sortiert haben, und in der jetzigen Lage würden viele dieser Delegierten für Brüderle stimmen", sagt ein Mitglied des Bundesvorstands. "Wir gehen davon aus, dass er Vorsitzender wird, wenn Guido fällt."