Alstom verliert erneut wichtigen Auftrag
Beim Kampf um lukrative Großaufträge droht dem Alstom-Konzern erneut eine schwere Niederlage. Erst vor gut drei Wochen hatte der Kanaltunnelbetreiber Eurostar angekündigt, für die Strecke statt der bislang betriebenen Alstom-Modelle erstmals zehn Siemens- Züge vom Typ ICE zu bestellen. Gegen die geplante Vergabe reichten die Franzosen beim obersten Gericht in London wenig später Klage ein. Auch ein weiterer Auftrag geht den Franzosen vermutlich verloren: diesmal in Ungarn. Die Verkehrsbetriebe der Stadt Budapest hatten bei Alstom bereits im Mai 2006 rund 40 Metro-Züge im Wert von knapp 250 Millionen Euro geordert. Am Mittwoch vergangener Woche stornierte der Kunde die Bestellung. Gleichzeitig forderte er bereits geleistete Anzahlungen zurück und eine Entschädigung. Die Bremsen der Alstom-Waggons, argumentieren die Ungarn, entsprächen nicht den Vorschriften ihrer Behörden. Außerdem sollen bei Testfahrten mit den ersten gelieferten Modellen Probleme aufgetreten sein. Der Konzern selbst verweist darauf, dass ähnliche Fahrzeuge bereits erfolgreich in anderen Städten wie Barcelona oder Shanghai verkehren. Er will auf die Einhaltung des Vertrags pochen. Sollte der Auftrag neu ausgeschrieben werden, dürfte vermutlich ein altbekannter Wettbewerber mitbieten: Siemens.