EU moniert zusätzliche Milliarden-Beihilfe an WestLB
Nach Ansicht der Europäischen Union hat die WestLB bei der Ausgliederung ihrer Bad Bank eine zusätz liche Beihilfe von 3,4 Milliarden Euro vom Staat kassiert. Die EU-Kommission wirft der Düsseldorfer Bank vor, dass diese bei der Übertragung der Vermögenswerte in Höhe von 77 Milliarden Euro auf die Bad Bank zu hohe Buchwerte angesetzt hat. Besonders pikant: Im bisher geheimen Gutachten des spanischen EU-Wettbewerbkommissars Joaquín Almunia wird unter anderem moniert, dass die Anleihen der PIIGS-Staaten Portugal, Irland, Italien, Griechenland und Spanien von den Bankiers nicht genug abgewertet worden seien. Der tatsächliche Wert der PIIGS-Anleihen mit einem Nennwert von zehn Milliarden Euro sei am Stichtag 30. April rund 400 Millionen Euro niedriger gewesen. Auch bei der Auslagerung von Kreditgeschäften kalkuliert die EU-Kommis sion mit einer Milliarde Euro höheren Abschlägen als die WestLB. Die EU-Kommission sei fünfmal so streng vorgegangen wie bei ihren europäischen Stresstests für die Banken im Sommer, heißt es bei der WestLB. Vergangene Woche waren die Fusionsverhandlungen mit der BayernLB gescheitert, weil die ver einigten Kreditinstitute nach Ansicht der Bayern keine Mindestrentabilität von zehn Prozent hätten erreichen können.