Hauseigentümern drohen hohe finanzielle Verluste durch den Erdfall von Schmalkalden
Als Folge des Erdfalls in Schmalkalden drohen den Eigentümern der angrenzenden Häuser hohe finanzielle Verluste. Obwohl es in Thüringen wegen der besonderen Beschaffenheit des Untergrunds immer wieder zu ähnlichen Schäden komme, fehle in dem Bundesland "noch immer eine wirksame Rechtsgrundlage, um Betroffenen schnell und sinnvoll zu helfen", kritisiert Tilo Kummer (Die Linke). Erst im Januar hatte sich ein ähnlicher Krater in einem Wohngebiet in Tiefenort aufgetan, damals bedauerten Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht und Umweltminister Jürgen Reinholz (beide CDU), keine Handlungsmöglichkeiten zu haben, um den Geschädigten umfassend zu helfen. Erdfälle wie am vergangenen Montag in Schmalkalden ereignen sich in Thüringen nach Angaben der Landesanstalt für Umwelt und Geologie in Weimar bis zu 50-mal im Jahr. Ursache dafür sind eine Vielzahl stillgelegter Schächte des Altbergbaus sowie eine sogenannte Subrosionszone, die sich über fast zwei Drittel der Landesfläche erstreckt. Dort bilden sich immer wieder Hohlräume in kalk-, gips- und salzhaltigem Gestein, das vom Grundwasser ausgespült wird, so dass darüberliegende Schichten einstürzen und an der Oberfläche Krater entstehen. Thüringen hat zwar eigens ein Altbergbau und Unterirdische- Hohlräume-Gesetz, doch demzufolge muss das Land vor allem für Schäden durch den Altbergbau haften. Die Mehrzahl der Erdfälle liegt in der Verantwortung derjenigen, denen das Grundstück gehört. Auch Versicherungen übernehmen die Schäden nicht, wenn, wie in Tiefenort, die betroffenen Häuser noch stehen und lediglich wegen einer vom Landkreis verhängten Nutzungsuntersagung dauerhaft unbewohnbar geworden sind. Den Geologen in Schmalkalden bereitet derweil eine andere Parallele zum Erdfall in Tiefenort Kopfzerbrechen: Dort war bereits 2002 ein Krater entstanden, der anschließend mit Beton zugegossen wurde. Doch der Beton- Stöpsel sackte immer wieder ab – zuletzt im Januar. Wie wirksam also die am vergangenen Donnerstag begonnene Befüllung des Schmalkaldener Lochs mit Kies ist, ist unklar.