Uno-Polizei ermittelt gegen UCK wegen Kriegsverbrechen
Gegen die Spitze der ehemaligen albanischen Untergrundarmee UCK um deren Führer Hashim Thaci hat die Uno-Polizei im Kosovo Ermittlungen wegen schwerwiegender Menschenrechtsverletzungen und mutmaßlicher Kriegsverbrechen eingeleitet. Aus Unterlagen, die dem Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL vorliegen, geht hervor, dass die Uno-Fahnder wegen Folter, Mord, Hinrichtungen durch Erschießungskommandos und Schutzgelderpressung recherchieren. Die Opfer sollen Serben, der Kollaboration verdächtige Albaner oder politische Konkurrenten der UCK gewesen sein. Nach Informationen der Uno-Polizei hat die offiziell demobilisierte UCK-Guerrillatruppe noch immer einen getarnten, funktionstüchtigen Apparat. Ein Vertrauter von Thaci befehlige so genannte Todesschwadronen, eine militärisch organisierte Truppe mit zwölf bewaffneten Aktionsgruppen. Ihre gegen Serben und unliebsame Albaner gerichteten Aufträge bekommen die Spezialkommandos nur mündlich. Trotz klarer Beweise können die Uno-Polizisten bislang niemanden festnehmen, da es im Kosovo derzeit noch keine funktionierende Judikative gibt. (DER SPIEGEL 16/2000, Seite 184)