SPIEGEL-Interview mit Ibrahim Rugova: Unabhängigkeit oder nächster Krieg - DER SPIEGEL
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SPIEGEL-Interview mit Ibrahim Rugova: Unabhängigkeit oder nächster Krieg

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Für eine baldige Unabhängigkeit des Kosovo und endgültige Loslösung von Jugoslawien tritt nun auch der gemäßigte Albaner-Führer Ibrahim Rugova ein. Der ehemalige Präsident der Kosovaren mit den besten Chancen auf eine Wiederwahl sagte in einem Interview mit dem Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL: "Alles andere als die Unabhängigkeit ist für uns unvorstellbar." Formell gehört die Balkan-Provinz, derzeit ein unter Uno-Verwaltung stehendes internationales Protektorat, noch immer zum jugoslawischen Staatsverband. Sollte die internationale Gemeinschaft auf einer Integration des Kosovo in Jugoslawien bestehen, so warnte Rugova, "dann gibt es den nächsten Krieg. Wir alle, die gesamte Bevölkerung des Kosovo, würden auf die Barrikaden steigen." Unverhohlen drohte der Ex-Präsident für diesen Fall mit einer Destabilisierung der Region durch ein Forcieren der groß-albanischen Idee: "Und es gäbe auch politische Kreise im Kosovo, die fordern: Alle Albaner gehören in einen Staat. In Mazedonien leben derzeit 35 Prozent Albaner, auch in Montenegro wächst ihre Zahl. Wir sind ein geteiltes Volk." Eine Konföderation des Kosovo mit Albanien sei "eine Frage der Zukunft". (DER SPIEGEL 16/2000, Seite 188)