Neuer Streit in der SPD über rot-rote Bündnisse
Führende ostdeutsche Sozialdemokraten fordern nach dem angekündigten Ausstieg von Gregor Gysi aus der Führung der PDS-Bundestagsfraktion eine Neubewertung der Regierungsbündnisse mit der PDS. Nach einem Bericht des Nachrichten-Magazins DER SPIEGEL hat Rolf Schwanitz, Staatsminister im Bundeskanzleramt, gegenüber ostdeutschen SPD-Funktionären bereits angemahnt, die SPD/PDS-Koalition in Mecklenburg-Vorpommern und die PDS-tolerierte SPD-Regierung in Sachsen-Anhalt müssten "neu diskutiert werden".
Auch Richard Schröder, intellektueller Kopf der Ost-SPD, sieht in dem Ergebnis des PDS-Parteitages in Münster, bei dem die Reformer unterlagen, eine "Ohrfeige" für Sachsen-Anhalts Ministerpräsidenten Reinhard Höppner und seinen Schweriner Kollegen Harald Ringstorff. Die stünden jetzt "mit einer Anhängerkupplung in der Hand. Nur der Anhänger ist stehen geblieben", sagte Schröder dem SPIEGEL. (DER SPIEGEL 16/2000, Seite 22)