Berlin unterstützt EU-Kommission beim Thunfisch-Schutz
In der Fischereipolitik stellt sich die Bundesregierung gegen Frankreich. Sie fordert die EU-Kommission auf, sich in dieser Woche bei internationalen Verhandlungen in Paris für eine Beschränkung des Thunfisch-Fangs einzusetzen. "Wir brauchen sehr wirksame und strenge Maßnahmen auf Basis der wissenschaftlichen Gutachten, damit sich der Blauflossenthunfisch nachhaltig erholt", heißt es im Bundeslandwirtschaftsministerium von Ilse Aigner (CSU). Wissenschaftlern zufolge hat Überfischung die Bestände des Thunfischs in den vergangenen Jahrzehnten bereits um rund 80 Prozent verkleinert; der Fisch steht im Zentrum eines Milliardengeschäfts, besonders für den weltweiten Sushi-Markt. Vor allem Frankreich, Spanien und Italien, die große Fangflotten unterhalten, hatten in der vergangenen Woche die von EU-Kommissarin Maria Damanaki geforderten Schutzmaßnahmen zurückgewiesen. Nun unterstützt die Bundesregierung Damanaki, bei den Verhandlungen der Internationalen Kommission für den Erhalt des Atlantischen Thunfischs in Paris für niedrigere Fangquoten einzutreten: "Die nachhaltige Bewirtschaftung der europäischen wie der globalen Fischbestände muss das zentrale Ziel der Fischereipolitik sein", sagt ein Aigner-Sprecher.