Razzia bei Maklern für private Krankenversicherungen - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Razzia bei Maklern für private Krankenversicherungen

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Die Staatsanwaltschaft Kassel ermittelt gegen den Gründer des Versicherungsmakler- Unternehmens MEG AG, Mehmet Göker, und zwei MEG-Vorstände wegen Untreue und Insolvenzverschleppung. Sie verdächtigt den Chef, drei Millionen Euro als Privatdarlehen aus der Firma entnommen zu haben. Die MEG kooperierte mit Branchengrößen wie der Allianz, Axa, Consal, Inter, Central und der Halleschen. Von ihnen erhielt er bis zu 8000 Euro Provision für jeden vermittelten Neukunden für eine private Krankenver sicherung. Binnen vier Jahren wurde die MEG mit 1000 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von 65 Millionen Euro zu einem der großen Vertriebsunternehmen. Gökers Anwalt Michael Nagel räumt ein, dass es ein solches Privatdarlehen gab, das "bis Ende 2012 zurückgezahlt werden sollte". Am Freitag vorvergangener Woche ließ die Staatsanwaltschaft Kassel zudem 18 Büros von Versicherungsmaklern in ganz Deutschland durchsuchen. Der Verdacht: Göker vermittelt seit Dezember 2009 mit Hilfe alter Datensätze wieder Krankenversicherungen, reicht die Verträge aber nicht selbst bei den Konzernen ein, sondern bedient sich Helfern, die die Prämien kassieren und an ihn weiterleiten. Gökers Anwalt will dazu im Detail nichts sagen, gibt aber zu bedenken, dass sein Mandant nicht der Einzige war, der Zugang zu diesen Datensätzen hatte.