Bundesländer wollen Spielhallen-Boom eindämmen - DER SPIEGEL
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Bundesländer wollen Spielhallen-Boom eindämmen

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Mit drastischen Vorschriften wollen die Bundesländer den Boom der Spielhallen eindämmen. In einem neuen Glücksspielstaatsvertrag, über den die Regierungen derzeit verhandeln, soll festgeschrieben werden, dass Daddelhallen mindestens tausend Meter Abstand voneinander haben müssen. Laut der bisherigen Entwürfe werden zudem Spielhallen mit mehr als zwölf Spielautomaten pro Gebäude verboten und Ausweiskontrollen für alle Spieler eingeführt. Auch der Bund plant offenbar, die Attraktivität des Automatenspiels zu mindern: Eine persönliche Chipkarte soll verhindern, dass Spieler an mehreren Automaten gleichzeitig zocken. Eine unveröffentliche Untersuchung im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums zeigt, dass in den Hallen die Spielintensität stark zugenommen hat. So habe jeder zweite Befragte zugegeben, die "Kontrolle über das Spielen" verloren zu haben, heißt es in dem vom Münchner Institut für Therapieforschung erarbeiteten Papier. "Die Automaten sollten nicht mehr zum Glücksspiel, sondern nur noch zur Unterhaltung dienen", fordert deshalb der Bremer Suchtforscher Gerhard Meyer.