Bundesanwaltschaft und de Maizière mit politischen Morden im Auftrag von Josip Broz Tito befasst
Bundesanwaltschaft und Bundesinnenminister Thomas de Maizière sind mit politischen Morden im Auftrag des jugoslawischen Staatspräsidenten Tito befasst. Wegen der Attentate auf Exilkroaten in Westdeutschland ermittelt die Bundesanwaltschaft gegen 14 Personen, 6 davon werden mit Haftbefehl international gesucht. Darunter sind zwei ehemalige Geheimdienstoffiziere.
Zwischen 1970 und 1989 wurden in der Bundesrepublik 22 jugoslawische Regimegegner ermordet. Die Befehlsketten reichten von Tito und seinen Nachfolgern in der Staatsführung in der Teilrepublik Kroatien offenbar direkt bis zu den Killerkommandos. Das Oberlandesgericht München stellt in einem Urteil 2008 fest, dass bis zum Tod Titos 1980 "allein dieser entsprechende Verfügungen" getroffen habe. Das Gericht ist "überzeugt, dass politische Funktionsträger in Jugoslawien Mordaufträge erteilten, die auf dem Boden der Bundesrepublik Deutschland ausgeführt wurden".
Bundesinnenminister de Maizière liegt seit voriger Woche ein Antrag zur Aberkennung eines Verdienstordens vor, der Tito 1974 vom damaligen Bundespräsidenten Gustav Heinemann verliehen wurde. Antragsteller ist ein Opfer des Geheimdienstes, der einen Attentatsversuch überlebte.