Linke verärgert über Vier-Sterne-Tour von Partei-Promis - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Linke verärgert über Vier-Sterne-Tour von Partei-Promis

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Luxus für die Prominenz sorgte vergangene Woche für Ärger in der Delegation der Partei Die Linke bei einer Dienstreise nach Paris. Beim Kongress der Europäischen Linken in der französischen Hauptstadt wurden für den Ex-Vorsitzenden Oskar Lafontaine und den amtierenden Bundeschef Klaus Ernst zwei verschiedene Vier-Sterne-Hotels gebucht. Für die zwölfköpfige Delegation waren Doppel zimmer in einem Zwei-Sterne-Haus reserviert. Während die Delegierten sowie Ernst nahe dem Tagungsort nächtigten, lag Lafontaines Quartier mit Spa-Bereich beim Louvre. Ursprünglich geplant war auch, dass ein Dienstwagen aus Berlin nach Paris nachkommen sollte, die Fahrt wurde wegen des Winterwetters abgesagt. Verärgert waren Mitglieder der Delegation nicht nur über den teuren Klassenunterschied bei den Klassenkämpfern: Der Vorsitzende Ernst reiste als Gast, nicht als gewählter Delegierter an, beanspruchte aber Redezeit aus dem geringen Zeitpool, der den Deutschen zugeteilt worden war. Offiziell begründet wurde die Anwesenheit der beiden Spitzen-Linken mit dem Hinweis, dass Ernst als Bundesvorsitzender und Lafontaine als Leiter der Internationalen Kommission der Partei für die "Pflege der Kontakte zu anderen Parteien der Europäischen Linken" zuständig seien.