Hoffnung auf bessere Pisa-Werte für deutsche Schüler, Risikogruppen schneiden wohl erneut schlecht ab - DER SPIEGEL
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Hoffnung auf bessere Pisa-Werte für deutsche Schüler, Risikogruppen schneiden wohl erneut schlecht ab

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Drei Zahlen waren es, die Deutschland schockten: 484, 490, 487. Pisa-Forscher hatten dem Schulsystem vor zehn Jahren erstmals den Puls gefühlt und ihre verstörende Dia gnose erstellt. In Worte übersetzt klang der Befund so: schwächlich, kränklich, schlechter als andere. Etliche deutsche Schüler versagten völlig, und alle zusammen verfehlten den Durchschnittswert der Industriestaaten von 500 Punkten. Lesen, Mathe, Naturwissenschaften – alles unbefriedigend.

Wenn die Forscher in dieser Woche die neuen Ergebnisse vorstellen, wollen sie den "Fokus auf die Veränderung legen", sagt der Sprecher der deutschen Pisa-Forscher, Eckhard Klieme. Die Bundesrepublik darf hoffen, dass ihre Schüler im Durchschnitt ein bisschen besser geworden sind, und sie muss befürchten, dass Migranten und andere Risikokandidaten erneut erschreckend schlecht dastehen.

Wie sich Schulleistungen verbessern lassen, verraten die Zahlen nicht. "Pisa sagt uns nicht, was wir tun müssen, sondern erst einmal nur, wo die Probleme liegen", sagt Klieme. Wie man aber Schulsysteme zum Positiven verändert, hat die Unternehmensberatung McKinsey & Company soeben in einer weltweiten Studie untersucht. Die Berater betrachten zwanzig Regionen in aller Welt, die bei Leistungsvergleichen wie Pisa deutlich aufgeholt haben. Die wichtigste Erkenntnis: "Anders als oft behauptet, stellen sich messbare Verbesserungen nicht erst in der nächsten Generation ein, sondern lassen sich innerhalb von sechs Jahren oder noch schneller erzielen", sagt der Münchner McKinsey-Partner Nelson Killius. In Deutschland wurde das Land Sachsen betrachtet, das beim letzten Pisa-Bundesländervergleich in allen Bereichen – Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften – auf Platz 1 landete. Der Erfolg Sachsens lässt sich laut Studie nicht etwa damit erklären, dass das ganze System in den letzten Jahren auf den Kopf gestellt worden wäre. Im Gegenteil: Stabile Rahmenbedingungen beförderten den Erfolg, haben die Berater weltweit beobachtet, "die öffentliche Debatte hingegen konzentriert sich häufig auf Strukturen und Ausgaben".

Die Untersuchung lenkt das Augenmerk viel konkreter auf die Schule und das Klassenzimmer, den Lehrer und den Schulleiter. Ein Großteil der positiven Ergebnisse ließen sich durch Veränderungen des Unterrichts und der Schulorganisation erzielen, sagen die Berater. 70 Prozent der Erfolgsfaktoren, die sich in aller Welt finden ließen, hätten weder mit Geld noch mit Strukturen zu tun. Vielmehr gelte es, "die Lehrpläne und den Unterricht sowie die Führung durch die Schulleitung zu verbessern".