Kölner Kunstskandal weitet sich aus - Mutmaßlicher Fälscher bereits seit 1985 aktiv
Die Affäre um die ominöse Kunstsammlung "Werner Jägers" weitet sich aus. Offenbar belieferte der mutmaßliche Fälscher, Wolfgang Beltracchi, den Kunstmarkt bereits seit 1985 mit gefälschten Gemälden. Bislang war die Kölner Staatsanwaltschaft davon ausgegangen, dass Beltracchi und seine mutmaßlichen Komplizen erst Mitte der neunziger Jahre mit dem Handel dubioser Bilder begonnen hatten. Allein zwischen 1985 und 1988 habe Beltracchi laut alten Ermittlungsakten und Aussagen von Bekannten mindestens 15 offenbarf gefälschte Bilder an einen Kunsthändler in Berlin geliefert, darunter angebliche Werke der Maler Georges Valmier, Tamara de Lempicka, Ernst Wilhelm Nay und Victor Servranckx. Galerien und Sammler kauften sie für teils fünfstellige Summen. Ein gefälschtes Gemälde des Expressionisten Johannes Molzahn wurde 1988 sogar im Duisburger Lehmbruck-Museum ausgestellt. Durch die neuen Erkenntnisse erhöht sich die Zahl der unter Fälschungsverdacht geratenen Bilder von 44 auf 59. Beltracchi, seine Ehefrau und ein Bekannter Beltracchis aus Krefeld sitzen derzeit unter dem Verdacht des gewerbs- und bandenmäßigen Betrugs in Untersuchungshaft. Zu den Vorwürfen wollten sich die Anwälte der Beschuldigten gegenüber dem SPIEGEL nicht äußern.