Dubiose Zahlungen an HSH-Berater erhärten Korruptionsverdacht
Das umstrittene Detektivunternehmen Prevent AG hat für einen "Projekt Shisha" genannten Türkei-Auftrag der HSH Nordbank weitaus mehr Geld bekommen, als im Beratungsvertrag mit der Bank vereinbart worden war. Das geht aus einem "streng vertraulich" klassifizierten Bericht hervor, den die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG jüngst für die Bank erstellt hat. Dem Report zufolge hatte Prevent mit der Bank für "Shisha" einen Festpreis von rund 250 000 Euro vereinbart. Doch "die Prevent", so KPMG, "rechnete für ihre Tätigkeit über den im Vertrag vereinbarten Festpreis hinaus weitere Leistungen i.H.v. 932 000 Euro ohne vertragliche Grundlage ab." Weiter heißt es: "Schriftliche Nachweise der abgerechneten Leistungen liegen uns nicht vor." Die im "Projekt Shisha" gebündelten Aktivitäten sollten helfen, einen Rechtsstreit mit einem türkischen Reeder zu regeln. Der Mann hatte in seiner Heimat einen Titel über 80 Millionen Dollar gegen die HSH erstritten, nachdem die Bank fünf Schiffe versteigert hatte, für die er die Kredite nicht mehr bedienen konnte. Obwohl der Reeder noch immer einen Titel gegen die Bank hat, hatte die HSH – wie Anfang Dezember bekannt wurde – Prevent eine Erfolgsprämie von rund 3,5 Millionen Euro gezahlt. Seitdem besteht der Verdacht, dass Amtsträger in der Türkei geschmiert worden sein könnten, um das 80-Millionen-Problem aus der Welt zu schaffen. Doch es sind nicht nur die fragwürdigen Zahlungen an Prevent, die diesen Verdacht nahelegen. Die KPMG-Experten stießen bei ihren Ermittlungen auch auf ein seltsames Gutachten der österreichischen Hoffmann & Kammerstetter Wirtschaftsprüfung und Steuerberatung GmbH. 1,59 Millionen Euro (netto) hat die zu 85,5 Prozent den Ländern Hamburg und Schleswig-Holstein gehörende Bank dafür bezahlt. Eine Expertise, die womöglich nur ein Vehikel war, um eine große Summe für dunkle Zwecke unverdächtig verbuchen zu können. Denn nach Ansicht von KPMG ist der Bericht ein billig zusammengeschusterter, weitgehend wertloser Report. Bei 139 Seiten handele es sich um Kopien aus dem Internet. Und in manchen Kapiteln hätten Überschrift und Inhalt nichts miteinander zu tun. Wolfgang Hoffmann weist die Kritik zurück. Seine Kanzlei habe "offensichtlich zur Zufriedenheit" der HSH gearbeitet. "Die Kritikpunkte begründen keine ernsthaften Zweifel an der Qualität unserer Stellungnahme."