Dr. Oetker ist gut durch die Krise gekommen - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Dr. Oetker ist gut durch die Krise gekommen

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Dr. August Oetker, Patriarch des gleichnamigen Bielefelder Konzerns, kritisiert das lädierte Image der deutschen Superreichen: "Über mein soziales Engagement rede ich schon gar nicht mehr. Es gibt genug Leute, die das immer gleich als Gutmenschentum misstrauisch beäugen oder einen geheim gehaltenen Geschäftszweck wittern", sagte der 66-Jährige in einem Gespräch mit dem Hamburger Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL. "Gutes glaubt man mir nur, wenn ich sofort sage, was ich daran verdiene." Andererseits dürfe man "die Zahl der Talkshow-Auftritte nicht als Maßstab von Engagement nehmen", so Oetker. "Diese Plauderrunden funktionieren oft nach festgelegtem Drehbuch. Die Rolle des Bösen besetzen die Redaktionen gern mit Unternehmern. Das tun sich viele einfach nicht mehr an."

Mit der Performance des eigenen Konzerns ist Oetker zufrieden: "In der Krise der vergangenen zwei Jahre hat sich unser Grundsatz bewährt, dass man nicht alle Eier in einen Korb legen soll. Wo das Schiffsgeschäft einbrach, blieben die Lebensmittel oder das Biergeschäft stabil", so Oetker im SPIEGEL. Fast die Hälfte des Konzernumsatzes stammt mittlerweile aus dem Schiffsgeschäft. "Selbst in schlimmen Krisen" könne sich sein Unternehmen auf die Umsätze "mit Müsli, Pizzen, Puddings und Back mischungen verlassen".