Qualität der Frühchenversorgung gefährdet - DER SPIEGEL
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Qualität der Frühchenversorgung gefährdet

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Der Gemeinsame Bundesausschuss von Ärzten, Krankenhäusern und Krankenkassen (G-BA) hat die Mindestfallzahlen, die ab 1. Januar für die Frühchenversorgung gelten sollten, ausgesetzt. Um die Therapiequalität der winzigen Hochrisikopatienten auf internationalen Standard zu heben, hätten sie danach nur noch in Kliniken mit mindestens 30 Frühchenfällen pro Jahr behandelt werden dürfen. Kleinere Krankenhäuser hatten den Beschluss mit Klagen torpediert; für Frühchengeburten bekommen sie bis zu 100.000 Euro (SPIEGEL 44/2007). Nachdem auch immer mehr Landespolitiker "ihren" Krankenhäusern Ausnahmegenehmigungen in Aussicht stellten, setzte der G-BA nun die geplante Neuregelung zunächst aus. Ende Februar soll erneut verhandelt werden. Es sei ein "entsetzlicher Rückschlag", sagt Hans-Jürgen Wirthl, Vorsitzender des Bundesverbands "Das frühgeborene Kind". Das Sterberisiko liege bei extremen Frühchen in kleineren Kliniken um 80 Prozent höher als in größeren. Verglichen mit Schweden sei die Säuglingssterblichkeit in Deutschland um ein Drittel höher, dort dürfen Frühchen nur in wenigen Zentren entbunden werden. In Zukunft soll nach dem Willen der Unionsfraktion im Bundestag der G-BA gestärkt werden, indem er ein eigenes Forschungsbudget bekommt. Rund 180 Millionen Euro, das wären gut 0,1 Prozent der jährlichen Einnahmen in der gesetzlichen Krankenversicherung, könnten danach an das Gremium fließen. Der G-BA entscheidet auch dar über, welche Medikamente und Behandlungsmethoden erstattungsfähig sind. "Der G-BA könnte so endlich selbst wissenschaftliche Arbeiten in Auftrag geben", sagt Jens Spahn, gesundheitspolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion.