Ex-Staatssekretär soll Villa in Südfrankreich besessen haben - DER SPIEGEL
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Ex-Staatssekretär soll Villa in Südfrankreich besessen haben

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Im Ermittlungsverfahren gegen Ludwig-Holger Pfahls geht die Augsburger Staatsanwaltschaft davon aus, dass der ehemalige Rüstungsstaatssekretär jahrelang eine Villa im südfranzösischen Vallauris im Wert von rund 2,7 Millionen Euro besessen haben soll. Den deutschen Behörden gegenüber hatte sich Pfahls jedoch ab 2007 als vermögenslos bezeichnet. Die Staatsanwaltschaft wirft Pfahls, der in Untersuchungshaft sitzt, Bankrott vor. Nach den Erkenntnissen der Ermittler soll Pfahls im Ausland ein Vermögen von über vier Millionen Euro besitzen. 2007 soll Pfahls über Bar- und Buchgeld von mindestens 500.000 Euro verfügt haben und wirtschaftlich Berechtigter von Geschäftsanteilen im Wert von einer Million Euro an einer Firma im Nürnberger Raum sowie der Villa gewesen sein. Die 320-Quadratmeter-Villa in Frankreich hatte Pfahls bereits 1994 für fünf Millionen Francs gekauft. Als er 1999 in Asien untertauchte, wurde das Anwesen für 5,7 Millionen Francs an einen ehemaligen Generaldirektor im südafrikanischen Außenministe rium verkauft. Die Ermittler glauben an ein Scheingeschäft. Sie sind überzeugt, dass Pfahls immer der faktische Eigentümer blieb. Als Beleg gilt ihnen ein Brief aus dem April 2009, in dem der Südafrikaner schriftlich bestätigen soll, dass Pfahls der wirtschaftlich Berechtigte war und er selbst keinerlei Verfügungsmacht über das Anwesen hatte. Mittlerweile soll die Villa für etwa 2,7 Millionen Euro an einen Russen verkauft worden sein. Wo oder bei wem das Geld ist, wissen die Fahnder nicht. Ein Teil des Pfahlschen Vermögens soll nach Ansicht der Staatsanwälte der saarländische Geschäftsmann Dieter Holzer verwahren, der ebenfalls Beschuldigter ist. Er verwahre das Geld für Pfahls bar in einem Schließfach in Liechtenstein, Österreich oder der Schweiz, glauben die Ermittler. Wann immer Pfahls Geld benötige, so ihre Theorie, wende er sich an Holzer, der ihm dann die entsprechende Summe aus dem Depot übergebe. So soll Pfahls ihn am 27. oder 28. Juli 2010 im Ausland getroffen und dabei 50 000 Euro erhalten haben. Die Summe folgern die Ermittler augenscheinlich aus Bareinkäufen, die der Rentner in den folgenden Wochen gemacht haben soll. Im August soll er unter anderem einen Audi Q7 für 34 000 Euro gekauft haben. Der Anwalt von Pfahls lehnte einen Kommentar ab. Holzers Anwalt wies alle Vorwürfe der Staatsanwaltschaft zurück.