Energieversorger mit geringer Auswahl an variablen Stromtarifen
Mit Beginn des neuen Jahres sind die gut 800 Stromversorger in Deutschland verpflichtet, ihren Kunden variable Tarife anzubieten: Wer seinen Stromkonsum in nach frageärmere Nebenzeiten verlagert, den sollen die Energieunternehmen mit günstigen Tarifen belohnen, so die Absicht des Gesetzgebers. Doch bislang ist die Auswahl bescheiden. In einer neuen Umfrage hat die Freiburger Forschungsgruppe EnCT erst rund 70 Unternehmen identifiziert, die ihre Preise flexibel gestalten. Die meisten beschränken sich darauf, ein Produkt anzubieten, das lediglich zwischen Tag- und Nachtstrom unterscheidet, wie dies vielfach ohnehin schon länger der Fall ist. Nur wenige Versorger gehen darüber hinaus: So bieten die Stadtwerke Münster einen speziellen Tarif am Wochenende, die Stadtwerke Bochum unterteilen den Tag in drei Zeitzonen. Finanziell lohnt sich der Wechsel zu einem Flexi-Tarif nur selten. Die Gesamtkosten, die mit diesen Produkten verbunden sind, fallen nach Einschätzung von EnCT-Geschäftsführer Harald Schäffler häufig sogar noch höher aus als bei Standardtarifen; am ehesten noch könnten größere Haushalte einen Preisvorteil erzielen. Insgesamt haben laut Verbraucherportal Verivox rund 500 Stromversorger zum 1. Januar ihre Preise angehoben.