Eckart Witzigmann kritisiert Kochshows
Das Bild, das die vielen Kochshows im Fernsehen zeichnen, ist nach Ansicht der Koch- Legende Eckart Witzigmann "verzerrt und lückenhaft". In einem Gespräch mit dem Hamburger Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL sagte er: "Es sind eher Talkshows mit Herd- und Wasseranschluss. Dort gilt heute jeder, der einen Ofen korrekt einschalten kann, schon als kommender Spitzenkoch", so Witzigmann, den der Gastroführer Gault Millau einst zum "Jahrhundertkoch" kürte. "Vom Zuschauen allein lernt niemand kochen." Zwar sei die Koch-Ausbildung "mittlerweile sehr beliebt, andererseits ist die Quote der Abbrecher enorm gestiegen", laut Witzigmann vor allem deshalb, weil "in der Wirklichkeit viele Illusionen schnell zerstört werden". Wenn Christian Rach als RTL-"Restauranttester" unterwegs sei, sei das zwar "sehr erfolgreich. Aber eigentlich müsste man in die Gaststätten, die er besucht, vorher eher das Gewerbeaufsichtsamt schicken. Die verdreckten Buden, die er oft zeigt, sind wirklich keine Werbung". Er selbst eigne sich nicht für eine TV-Karriere: "Ehrlich gesagt war ich früher vielleicht auch ein Idiot, dass ich manche Werbeverträge abgelehnt habe. Andererseits akzeptieren es nur wenige Gäste, wenn der Starkoch im eigenen Restaurant dann kaum noch selbst am Herd steht." Witzigmann selbst denkt offenbar darüber nach, noch einmal ein eigenes Restaurant zu starten: "Es juckt immer noch. Zurzeit habe ich drei Angebote auf dem Tisch", sagte er dem SPIEGEL. "Einerseits muss ich nichts mehr beweisen, andererseits würde ich doch noch mal zeigen, was ich kann. Das Virus kriegt man nicht mehr los."