Albaner-Führer fordert Rückkehr der Kosovaren aus Deutschland
Für die etwa 180.000 noch in Deutschland lebenden Kosovaren gibt es nach Ansicht des Albaner-Führers Bujar Bukoshi keinerlei Gründe mehr, die Rückkehr in ihre Heimat zu verzögern. "Die Hälfte könnte sofort ins Kosovo heimkehren, auch gegen ihren Willen", sagte der frühere Premier der Exilregierung in einem Interview mit dem Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL, "keiner würde auf der Straße sitzen. Hauptgrund ihrer Flucht war der serbische Genozid. Das ist vorüber, und wir haben kein moralisches Recht, die Gastfreundschaft des deutschen Steuerzahlers weiter zu strapazieren."
Spätestens in zwei Jahren sollten sämtliche Exilanten im Kosovo zurück sein, sagte Bukoshi, der vor der Nato-Intervention als Ministerpräsident der von der Demokratischen Liga (LDK) geführten Exilregierung amtierte. Bukoshi regte an, "die Kosovo-Albaner auch durch finanzielle Anreize zur Rückkehr zu ermutigen, damit sie selber in der Privatwirtschaft und beim Aufbau investieren können."