Streit ums Öko-Siegel für Holz
Der bayerische Forstminister Josef Miller übt Druck auf Deutschlands größten Heimwerkermarkt Obi aus. Als Gütezeichen für Holzprodukte hatte die Obi-Kette (Gesamtumsatz: 6,5 Milliarden Mark) kürzlich das Öko-Siegel des international anerkannten Forest Stewardship Council (FSC) eingeführt. Nach einer Meldung des Nachrichten-Magazins DER SPIEGEL teilte der Forstminister daraufhin Obi-Chef Manfred Maus brieflich mit, er sehe in der Entscheidung der Baumarktmanager, das FSC-Siegel zu führen, einen "massiven Affront".
Zur "Unterstützung der bayerischen Waldbesitzer", schreibt Miller, müsse das konkurrierende Pan European Forest Certification (PEFC) gefördert werden, das ohne die Beteiligung von Umweltverbänden entwickelt wird. Während sich die Bundesregierung im Streit um den besten Öko-Forststandard neutral verhält, droht Miller der Obi-Kette mit einem Kaufboykott von rund "500.000 Waldbesitzern in Bayern, die sicher auch Kunden Ihrer Baumärkte sind".