Auswärtiges Amt veröffentlicht Akten zur SPIEGEL-Affäre - DER SPIEGEL
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Auswärtiges Amt veröffentlicht Akten zur SPIEGEL-Affäre

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Als erstes Ministerium hat das Auswärtige Amt (AA) bislang geheime Akten zur SPIEGEL- Affäre 1962 veröffentlicht*. Danach glaubten Beamte im AA – wie auch Kanzler Konrad Adenauer und Verteidigungsminister Franz Josef Strauß –, der SPIEGEL habe mit der Titelgeschichte "Bedingt abwehrbereit" Verrat von Staatsgeheimnissen begangen. Die Diplomaten erregte vor allem ein Passus, dem zufolge Offiziere im Verteidigungsministerium dafür plädierten, die Nato solle einen sowjetischen Überfall nicht erst abwarten, sondern wenn dieser sich abzeichnete, zuerst und mit Atombomben angreifen. Die Veröffentlichung solcher Überlegungen sei "außenpolitisch besonders heikel", notierte am 23. Oktober 1962 Ministerialdirektor Herbert Müller-Roschach. Als wenige Tage später der damalige SPIEGEL-Vizechefredakteur Conrad Ahlers im Spanien- Urlaub festgenommen wurde, halfen Mitarbeiter der Botschaft in Madrid, insbesondere Militärattaché Oberst Achim Oster. Strauß erteilte ihm am Telefon den "dienstlichen Befehl", Ahlers "so schnell wie möglich" von der spanischen Polizei festsetzen zu lassen. Der CSU-Minister leugnete später sein rechtswidriges Vorgehen und musste zurücktreten. Die Vorwürfe gegen den SPIEGEL erwiesen sich als gegenstandslos. Das Verteidigungsministerium hält bis heute das Gutachten geheim, aufgrund dessen die Bundesanwaltschaft das Ermittlungsverfahren wegen Landesverrats gegen Herausgeber Rudolf Augstein und andere SPIEGEL-Journalisten einleitete und die Hamburger Redaktion durchsuchen ließ.