Nigerianische Tochter von Bilfinger Berger in Korruptionsaffären verwickelt - DER SPIEGEL
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Nigerianische Tochter von Bilfinger Berger in Korruptionsaffären verwickelt

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Die nigerianische Tochter des Mannheimer Baukonzerns Bilfinger Berger soll dem früheren nigerianischen Präsidenten Umaru Yar’Adua über Jahre hinweg ein medizinisches Rundum-sorglos-Paket gestellt haben. Das zumindest legen Depeschen der US-Vertretungen aus Nigeria nahe. Als Yar’Adua 1999 schwer an den Nieren erkrankte, konsultierte er, offenbar auf Vermittlung von Berger, Spezialisten in Mainz. Kurz darauf, so schildert es ein Informant den US-Diplomaten, sei dann mit Hilfe des Tochterunternehmens Julius Berger ein Dialysegerät in Yar’Aduas Villa in Katsina, im Norden Nigerias, gebracht worden. Deutsche Mediziner hätten anschließend heimisches Personal mit der Bedienung der Maschine vertraut gemacht. Mutmaßlich im Jahr 2002 habe sich Yar’Adua einer Nierentransplantation unterziehen müssen. Doch auch mit der neuen Niere habe es Probleme gegeben. Selbst nachdem Yar’Adua im Jahr 2007 zum Präsidenten Nigerias gewählt wurde, mussten mit Hilfe von Julius Berger immer wieder Ärzte und medizinisches Gerät aus Deutschland eingeflogen werde, um ihn zu behandeln. Umaru Yar’Adua starb am 5. Mai 2010 – in Folge seiner Nierenerkrankung. Zudem war Bilfinger Berger beziehungsweise Julius Berger in den vergangenen Jahren in Korrup tionsfälle in Nigeria verwickelt. So ermittelten nigerianische Behörden zwischenzeitlich gegen drei deutsche Berger-Manager wegen Korruption und Geldwäsche. Sie standen im Verdacht, zwischen 2002 und 2003 fünf Millionen Dollar an den Assistenten des damaligen Staatspräsidenten und Yar’Adua-Vorgängers Olusegun Obasanjo übergeben zu haben, angeblich als Spenden für dessen Wahlkampf. Ende September 2010 einigten sich Julius Berger und die nigerianischen Behörden auf einen Vergleich in Höhe von 29,5 Millionen Dollar. Daneben ist Bilfinger Berger offenbar auch in Schmiergeldzahlungen im Zusammenhang mit dem Bau einer Pipeline durch das Niger-Delta verwickelt. Mitarbeitern einer US-Ingenieurfirma sollen zwei deutsche Manager der Berger-Tochter Bilfinger Berger Gas&Oil zwischen 2003 und 2005 dabei geholfen haben, sechs Millionen Dollar an Vertreter der Nigerian National Petroleum Corporation, Shell Nigeria und Regierungsoffizielle zu zahlen, um den 400-Millionen-Dollar-Kontrakt zu erhalten. Bilfinger Berger erklärt, bei der Zahlung habe es sich um ein Darlehen für den amerikanischen Partner gehandelt, das ohne Wissen und Genehmigung des Konzerns ausbezahlt worden sei. Der verantwortliche Mitarbeiter habe die Firma inzwischen verlassen. Ermittlungen hierzulande seien zu dem Sachverhalt eingestellt worden. Und was laufende Ermittlungen zu dem Fall in den USA anginge, "kooperiere man in jeglicher Hinsicht mit den Behörden".