BayernLB-Affäre - Dubiose Zahlungen an Ecclestone
Offenbar hat die Affäre um angebliche Bestechungszahlungen an den früheren Bayern - LB-Vorstand Gerhard Gribkowsky aus dem Umfeld der Formel 1 größere Ausmaße als bislang bekannt. Neben dem Banker, der seit Anfang Januar in Untersuchungshaft sitzt, soll ein weiterer zentraler Akteur nach dem Verkauf des ehemaligen BayernLB-Aktienpakets an der Rennsportserie Anfang 2006 Geld bekommen haben: Formel-1-Gründer Bernie Ecclestone höchstpersönlich. Nach internen Unterlagen des Instituts zahlte der damalige Erwerber, der Finanzinvestor CVC Capital Partners, 837 Millionen Dollar für die 50-Prozent-Beteiligung an der Motorsportgruppe – deutlich weniger, als die Anteile nach Vermutung der Staatsanwaltschaft tatsächlich wert waren. In den Büchern der BayernLB kamen davon jedoch nur 770 Millionen Dollar an. Eine Tranche von 40 Millionen Dollar soll an Ecclestone persönlich geflossen sein, weitere 27 Millionen Dollar landeten angeblich bei dessen Familienfirma Bambino-Holding. Der BayernLB-Verwaltungsrat wurde über diese Zahlungen nicht informiert. Nach Aussagen von Insidern soll die stolze Summe für "Vermittlungs- und Beratungsleistungen" Ecclestones geflossen sein. Ecclestone äußerte sich zu dem Vorgang nicht. Die Bank selbst, aber auch Gribkowskys Münchner Anwalt Reinhard Höß wollten im Hinblick auf die laufenden Ermittlungen der Staatsanwaltschaft keine Stellungnahme abgeben.