Wieder Helm bei Abschiebung aggressiver Asylbewerber
Extrem aggressive Asylbewerber sollen bei der Abschiebung nun doch wieder einen Helm tragen. Elf Monate nach dem Tod des Sudanesen Aamir Ageeb, der in Frankfurt in einer Lufthansa-Maschine unter einem handelsüblichen Integralhelm erstickt war, lässt Innenminister Otto Schily dafür nach einem Bericht des Nachrichten-Magazins DER SPIEGEL einen speziell angepassten Kopfschutz auf seine Tauglichkeit prüfen. Der weiße Helm, der bereits im Ministerium vorgestellt wurde, verfügt über einen weit nach vorn gezogenen Beißschutz und soll auch in Stresssituationen freies Atmen garantieren.
Medizinische Gutachten des Düsseldorfer Rechtsmediziners Wolfgang Bonte und dessen Münchner Kollegen Wolfgang Eisenmenger kamen zu positiven Ergebnissen; allerdings müssen laut SPIEGEL nun noch zwei Leitende Polizeiärzte aus Berlin und Hessen dem Abschiebe-Utensil Unbedenklichkeit bescheinigen.
Nach dem Tod Ageebs hatte Schily Abschiebungen mit normalen Helmen untersagt und das Verbot mit der erst seit kurzem gültigen Bestimmung über die Rückführung ausländischer Staatsangehöriger auf dem Luftweg bekräftigt.
Zusätzlich zum neuen Helm, mit dem vor allem die begleitenden Grenzschützer vor Bissen geschützt werden sollen, ist der Einsatz eines Fesselungssystems aus Amerika vorgesehen, das die Arme renitenter Abschiebekandidaten seitlich an einem Hüftgürtel fixiert. Mediziner hatten kritisiert, dass das Festbinden der Hände auf dem Rücken die Ausdehnung der Lunge behindere und bei starker Erregung des Delinquenten die Gefahr eines Erstickungstodes vergrößere. (SPIEGEL 18/2000 - Panorama)