BLB-Affäre könnte bis in die Spitzen der Landespolitik reichen
In Nordrhein-Westfalen bahnt sich eine Korruptionsaffäre an, die bis in die Spitzen der Landespolitik reichen könnte. Dabei geht es um vier Immobiliengeschäfte, die der landeseigene Bau- und Liegenschaftsbetrieb (BLB) organisierte. Es besteht der Verdacht, dass BLB-Manager und Komplizen bei Geschäftspartnern millionenschwere Sonderzahlungen erpresst und Gelder abgezweigt haben. Nach gegenwärtigem Ermittlungsstand der feder führenden Wuppertaler Staatsanwaltschaft werden fünf Personen als Beschuldigte geführt. Es könnten "alsbald einige mehr werden", heißt es in NRW-Justizkreisen. Ausgangspunkt dieses teils verdeckt geführten Verfahrens ist der Betrugsversuch eines derzeit inhaftierten Mannes. Nach den bisherigen Erkenntnissen der Fahnder soll er enge Verbindungen zum mittlerweile suspendierten BLB-Chef Ferdinand Tiggemann gehabt haben. Neben Tiggemann und dem Inhaftierten gehören zum Kreis der Beschuldigten auch ein Rechtsanwalt aus Bad Neuenahr und die Geschäftsführer der Projektentwicklungsgesellschaft Kölbl Kruse. Mit diesem Unternehmen hatte der BLB einen dubiosen Mietvertrag für das geplante NRW-Landesarchiv in Duisburg geschlossen. Binnen drei Jahren sollen die Kosten für dieses Gebäude von 30 auf über 140 Millionen Euro gestiegen sein. Rechtsanwalt Sven Thomas, der Kölbl Kruse vertritt, sagt, die Geschäfte seiner Mandanten seien "absolut sauber", "es sind keine Gelder geflossen". Tiggemann äußerte sich bislang nicht. Die Staatsanwälte hatten vergangene Woche über 50 Objekte, Privatwohnungen und Firmen sitze, durchsuchen lassen – auch von 13 NRW-Behörden forderten sie Dokumente an.