Inhaftierter Zockerkönig Marijo Cvrtak zieht Philipp Lahm in Wettskandal hinein
Der inhaftierte Zockerkönig Marijo Cvrtak hat in einer Beschuldigtenvernehmung gegenüber der Bochumer Kriminalpolizei Nationalspieler Philipp Lahm in den Wettskandal hineingezogen. Belege oder Beweise für die Anschuldigungen gegen Lahm, der Kapitän des FC Bayern München und des deutschen Nationalteams ist, präsentierte Cvrtak nicht. Laut des Protokolls der Vernehmung vom 7. Dezember sagte Cvrtak, der einer der Hauptbeschuldigten in einem Ermittlungsverfahren der Bochumer Staatsanwaltschaft gegen eine Bande mutmaßlicher Fußballwettbetrüger ist, dass Lahm mit einem Kroaten aus dem Münchner Wettmilieu namens Robin Boksic "gut befreundet" gewesen sei. Beide hätten regelmäßig telefoniert und sich über den Ausgang von Spielen des FC Bayern verständigt. Boksic habe Lahm dann gefragt, "ob das Spiel sicher ist, also ob Bayern gewinnen wird". Dabei habe Boksic von Lahm immer wissen wollen, ob das Spiel "gmahde Wiesn" sei, eine sichere Sache also – ein "Insiderspruch", wie Cvrtak dem Vernehmungsbeamten erläuterte. Gegenüber dem SPIEGEL wies Lahm die Verdächtigungen kategorisch zurück. Lahm sagte, er kenne keinen Robin Boksic und habe niemals mit einem Menschen dieses Namens telefoniert. Er habe auch niemals Kontakte ins Wettmilieu gehabt, weder direkte noch indirekte. Robin Boksic stellte gegenüber dem SPIEGEL nicht in Abrede, dass er vor der Verhaftung des Beschuldigten Marijo Cvrtak Kontakt zu dem Zockerkönig hatte. Doch mit Philipp Lahm sei er niemals befreundet gewesen. Boksic sagte, er habe den Fußballprofi niemals getroffen oder gesprochen. Der Anwalt Cvrtaks lehnt gegenüber dem SPIEGEL jeden Kommentar zu den Aussagen seines Mandanten ab.