Firma des Brillen-Königs Fielmann in Skandal um Aids-Medikamente verwickelt - DER SPIEGEL
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Firma des Brillen-Königs Fielmann in Skandal um Aids-Medikamente verwickelt

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Eine Firma des Brillen-Milliardärs Günther Fielmann ist in den Fall illegal aus Südafrika importierter Aids-Medikamente verwickelt. Nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft Lübeck soll die Firma BTG Diagnostik Packungen des HIV-Präparats Norvir besorgt haben, die aus Südafrika stammen. In Deutschland wurde die Ware dann über MPA Pharma weiterverkauft. MPA gehört mehrheitlich Fielmann, die BTG Diagnostik wiederum zu 100 Prozent der MPA. Als Geschäftsführer beider Firmen ist der langjährige Fielmann-Finanzvorstand und Intimus des Firmengründers, Hans-Joachim Oltersdorf, eingetragen. Viele Medikamente sind im Ausland grundsätzlich billiger als in Deutschland. Bei Norvir soll der Großhändler 20 Prozent weniger gezahlt haben. Geschäftsführer Oltersdorf beteuert, keinen Kontakt zu Firmen in Südafrika zu haben. Er habe die Norvir-Packungen in Großbritannien eingekauft und sei selbst ein "Opfer von Packungsfälschungen". In ähnlich gelagerten Fällen ermitteln die Staatsanwaltschaften Flensburg und Trier, auch hier sollen Aids-Präparate aus Südafrika in deutschen Apotheken gelandet sein. Entgegen anderslautenden Medienberichten gebe es bislang allerdings keine Hinweise, dass es sich um subventionierte Medikamente handelt, also Präparate, die etwa Nicht-Regierungsorganisationen zur Verfügung gestellt wurden. Alle drei Staats anwaltschaften betonen zudem, dass die Fälle nach bisherigen Ermittlungen nicht miteinander zusammenhingen.