Joop will sich für Wunderkind "nicht kreuzigen lassen"
Der Potsdamer Modedesigner Wolfgang Joop sagt angesichts des drohenden Aus seiner Modemarke Wunderkind: "Ich lasse mich für diese Marke nicht kreuzigen!" Da sei ja eigentlich gar nichts mehr, nur Imagination, so Joop gegenüber dem Hamburger Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL. In den vergangenen Tagen war bekanntgeworden, dass der Finanzinvestor Clemens Vedder die bislang von dem Darmstädter Ehepaar Gisa und Hans-Joachim Sander gehaltenen Wunderkind-Anteile übernehmen will. "Wenn Vedder mich haben will", so Joop zum SPIEGEL, "dann soll er um mich werben." Gleichzeitig machte er klar: "Ich lasse mich nicht mehr in Ketten legen, auch nicht in Perlenketten." Joop selbstkritisch: "Ich mache immer denselben Fehler: Dass ich mich um das, was ich erworben habe, kaufmännisch nicht sehr kümmere." Laut SPIEGEL verfügt Wunderkind nur noch über ein halbes Dutzend Beschäftigte, plant aktuell keine Kollektion mehr und hat auch kaum noch Shops, die die Mode-Reste des Hochpreis-Labels verkaufen könnten. Der frühere 50-Prozent-Teilhaber Sander hat mit seinem Wunderkind-Engagement gegenüber dem SPIEGEL abgeschlossen: Dass das Investment keine große Zukunft hat, "wurde uns leider sehr schnell klar", sagte Sander. "Es wurden von Anfang an auf Geschäftsleitungsebene viele Fehler gemacht, die auch dazu führten, dass wir nicht immer die Bedürfnisse der Kunden getroffen haben." Sander weiter: "Eins der wirklich großen Probleme war die Kommunikation" – mit Joop. Den Ausflug ins Modegeschäft an der Seite Wolfgang Joops habe das Ehepaar zwar als "sehr spannend und abwechslungsreich empfunden, aber auch als sehr anstrengend".