Universität Freiburg untersucht neue Fälle von Wissenschaftsbetrug - DER SPIEGEL
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Universität Freiburg untersucht neue Fälle von Wissenschaftsbetrug

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Am Universitätsklinikum Freiburg gibt es womöglich neue Fälle von Wissenschaftsbetrug. Unter anderem steht Hans-Hermann Dickhuth, der Leiter der Abteilung für Sportmedizin, im Verdacht, für seine Habilitationsschrift von einer Kollegin abgeschrieben zu haben.

In dieser Woche hatte die Universität interne Gremien eingeschaltet, um die Vorwürfe zu prüfen. Ausgangspunkt für die Verdächtigungen waren Untersuchungen der Kommission für die Aufarbeitung der Dopingvergangenheit in der Freiburger Sportmedizin. Dem renommierten Kölner Biochemiker Wilhelm Schänzer war dabei aufgefallen, dass eine Dissertation und eine Habilitation der Uni-Klinik einen nahezu identischen Inhalt aufwiesen. Ganze Textpassagen, Tabellen und Abbildungen stimmten überein. In der Dopingkommission wird vermutet, dass sich Dickhuth bei der Dissertation bedient haben könnte. Dickhuth wollte sich gegenüber dem SPIEGEL nicht äußern.

Die ehemalige Doktorandin sagte dem SPIEGEL, Dickhuth sei ihr Doktorvater gewesen. Er habe immer wieder Veränderungen ihrer Arbeit gewünscht. In der Zwischenzeit habe Dickhuth seine Habilitationsschrift abgegeben. Sie habe bei Dickhuths Antrittsvorlesung zwar ihre Arbeit wiedererkannt, habe dem aber keine weitere Bedeutung zugemessen.

Die Uni Freiburg geht einem weiteren Verdacht nach. Danach soll sich auch die Ehefrau Dickhuths bei der Abfassung ihrer Doktorarbeit aus Inhalten der Promotionsarbeiten, die ihr Ehemann kannte, bedient haben. Baden-Württembergs Wissenschaftsminister Peter Frankenberg (CDU) fordert eine lückenlose Aufklärung. Die Uni Freiburg müsse ein Zeichen setzen, dass sich "so ein Verhalten nicht lohnt".