Druck auf Präsidenten der European Business School wächst
Der Druck auf den umstrittenen Präsidenten der European Business School, Christopher Jahns, wächst. In einem Brief fordern ihn neun Professoren und ein Prorektor – rund ein Drittel der Lehrstuhlinhaber der kleinen Hochschule – "zum unverzüglichen Verzicht auf das Präsidentenamt" auf. Auch auf den Ebenen darunter herrscht offenbar Unmut. "Wir schließen uns den Studentensprechern an und möchten Sie bitten, eine Übersicht der Firmenbeziehungen darzustellen", heißt es in einer E-Mail der Vertreter des akademischen Mittelbaus. Der SPIEGEL (4/2011) hatte vor sieben Wochen aufgedeckt, dass der 41-Jährige seine Tätigkeiten als Hochschulpräsident und Geschäftsmann nicht immer sauber trennt. Die Staatsanwaltschaft Wiesbaden und das hessische Landeskriminalamt ermitteln unter anderem wegen des Verdachts der Untreue. Jahns, der unter anderem an der Beratungsfirma BrainNet beteiligt ist, hat die Vorwürfe stets im Wesentlichen zurückgewiesen. Die Fragen des SPIEGEL beantwortete die Hochschule in der letzten Woche nicht. Der Aufsichtsrat wolle sich nicht "öffentlich zu internen Vorgängen" äußern, heißt es in einer allgemeinen Stellungnahme. Solange die staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen laufen, wird voraussichtlich ein wichtiges Akkreditierungsverfahren ruhen, dem sich die Hochschule nach zwei vergeblichen Anläufen gerade erneut unterzieht. Eigentlich sollten jetzt die Prüfer ins Haus kommen, doch laut Aufsichtsrat wurde "kommuniziert, dass das laufende staatsanwaltschaftliche Ermittlungsverfahren" den Akkreditierungsprozess "belaste". Die European Business School ist eine der bekanntesten Privathochschulen in Deutschland. Sie hat kürzlich ihren Sitz von Oestrich-Winkel nach Wiesbaden verlegt und strebt derzeit mit dem Aufbau einer Jura-Fakultät den Status einer Universität an.