Streit zwischen Ferrostaal und Ex-Mutter MAN spitzt sich zu - DER SPIEGEL
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Streit zwischen Ferrostaal und Ex-Mutter MAN spitzt sich zu

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Der Streit zwischen der Ferrostaal AG und ihrem früheren Mutter-Konzern MAN eskaliert. In einem Schreiben an die Staatsanwaltschaft München, die in der Korruptionsaffäre von Ferrostaal ermittelt, hat eine Firmenanwältin des Essener Konzerns die Fahnder aufgefordert, Vorstände von MAN zu vernehmen und sich umfassend interne MAN-Unterlagen zu besorgen. Hintergrund der Attacke ist ein hohes Bußgeld, das die Staatsanwaltschaft von Ferrostaal fordert und von dem die Essener meinen, dass dafür MAN einzustehen habe. In dem Schreiben vom 3. März heißt es, die Staatsanwaltschaft solle "die Verantwortung auf allen Stufen des Konzerns ermitteln". Schließlich habe MAN alle Großgeschäfte, denen die Fahnder jetzt nachgehen, kontrolliert und die Gewinne kassiert. Deshalb müsse nun auch MAN und nicht Ferrostaal für Fehlverhalten geradestehen. Die MAN-Spitze reagierte empört: "Wir sind fassungslos, wie die Essener versuchen, den Schwarzen Peter weiterzureichen", hieß es. Unterdessen liegt der 175-seitige Abschlussbericht der US-Kanzlei Debevoise & Plimpton vor, die den mutmaßlichen Korruptionsskandal im Auftrag von Ferrostaal intern untersuchen sollte. Demnach identifizierten die Anwälte Schmiergelder in Höhe von acht Millionen Euro, die noch strafrechtlich von Belang sein könnten. Es soll auch verdächtige Zahlungen im Zusammenhang mit dem Bau einer Gas-Kompressor-Station in Turkmenistan gegeben haben. Auch hier ermittelt die Staatsanwaltschaft München. Insgesamt hat es laut dem Debevoise & Plimpton-Bericht aber verdächtige Zahlungen in Höhe eines kleineren dreistelligen Millionenbetrags gegeben. Hier sei häufig entweder Verjährung eingetreten, oder die Endempfänger der Gelder seien nicht ermittelbar. Im Fall des nun von der Staatsanwaltschaft München zur Anklage gebrachten Verkaufs von U-Booten nach Griechenland im Jahr 2000 haben die Strafverfolger den früheren griechischen Verteidigungsminister als Geldempfänger bezeichnet. In der Anklage gegen zwei frühere Ferrostaal-Manager heißt es ausdrücklich, dass die Geldempfänger – "neben Tsochatzopoulos" – griechische Beamte gewesen seien. Gegenüber dem Hamburger Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL bestritt Tsochatzopoulos jede Vorteilsnahme: "Ich habe niemals Geld oder Vorteile im Zusammenhang mit dem Kauf deutscher U-Boote durch Griechenland gefordert oder erhalten." Griechische Staatsanwälte haben in der Sache mittlerweile Unterlagen an das Parlament in Athen weitergeleitet, um eine Untersuchung einleiten zu lassen.