Erster Tunesien-Flüchtling in Deutschland gesichtet - DER SPIEGEL
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Erster Tunesien-Flüchtling in Deutschland gesichtet

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Bei einer Routine-Kontrolle ist die Bundespolizei erstmals auf einen Flüchtling aus Nordafrika gestoßen, der mit einem der umstrittenen Schengen-Visa der italienischen Regierung eingereist ist. Die Beamten hatten den Tunesier am vergangenen Montag im Zug von Mailand nach München überprüft. Weil er neben dem Visum auch über genug Geld verfügte, um seinen Aufenthalt in Deutschland zu bezahlen, durfte er weiterfahren. Italien hatte trotz Proteste anderer EU-Länder kürzlich damit begonnen, Flüchtlingen aus Tunesien sechsmonatige Aufenthaltsgenehmigungen für die Schengen-Staaten auszustellen. Der Schritt gilt als Versuch, sich ihrer zu entledigen. "Das Verhalten der italienischen Regierung ist eine Zumutung", beklagt der bayerische Innenminister Joachim Herrmann. "Italien muss jetzt schleunigst die Erteilung von Aufenthalts genehmigungen für tunesische Wirtschaftsflüchtlinge einstellen." Ein Sprecher des Bundesinnenministe riums teilte mit, man beobachte die Lage und sei bereit, die Kontrollen zu verstärken. Es gebe jedoch keine Anzeichen, dass sich verstärkt Nordafrikaner mit italienischen Visa auf den Weg nach Deutschland machten.