Bundeswehrreform führt zu Einschnitten in allen Teilstreitkräften
Die Bundeswehrreform von Verteidigungsminister Thomas de Maizière führt zu erheblichen Einschnitten bei Heer, Luftwaffe und Marine. Das ergibt sich aus den Grobplanungen, die die Inspekteure der Teilstreitkräfte für den Fall vorgelegt haben, dass die Truppe von derzeit 228.000 Soldaten auf die vom Kabinett beschlossene Obergrenze von 185.000 Soldaten schrumpft. Demnach würde die Marine die Zahl ihrer U-Boote von früher zehn auf sechs reduzieren und zusätzlich etwa zehn Versorger, Minensucher und Fregatten außer Dienst stellen. Das Heer würde nach den neuesten Planungen im Kern auf zwei Divisionen mit je drei Brigaden schrumpfen; die Zahl der Kampfpanzer "Leopard 2" würde nach Expertenschätzungen auf gut 200 sinken. Drei Divisionsstäbe und drei Brigadestäbe würden aufgelöst, die bisherigen Divisionen für Spezielle oder Luftbewegliche Operationen (DSO, DLO) zu einem "Kommando Schnelle Kräfte" verschmolzen. Die Luftwaffe müsste 5 ihrer bisher 13 Geschwader auflösen, weitere Einheiten wie zum Beispiel vier Luftwaffenmusikkorps würden gestrichen. Der SPD-Wehrexperte Hans-Peter Bartels wertet die derzeitigen Planungen von 185000 Soldaten als "absolute Untergrenze" und warnt, weitere Reduzierungen wären "angesichts der unübersichtlichen Sicherheitslage fahrlässig".