Zoll beschlagnahmte 2010 Rekordmengen an Anabolika - DER SPIEGEL
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Zoll beschlagnahmte 2010 Rekordmengen an Anabolika

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Im Kampf gegen den illegalen Handel mit Dopingpräparaten sind die deutschen Zollbehörden im vorigen Jahr so erfolgreich gewesen wie niemals zuvor. Laut einem internen Papier des Kölner Zollkriminalamts stellten die Beamten 2010 rund 14,5 Millionen Anabolika- Ampullen sicher – im Jahr 2006 waren es gerade einmal 65.000 Ampullen gewesen. Auch die Anzahl der beschlagnahmten Anabolika-Tabletten stieg im selben Zeitraum sprunghaft an, von 403.000 auf knapp 3,2 Millionen. Wegen des Verdachts von Verstößen gegen das Arzneimittelgesetz, auch dies geht aus den Unterlagen hervor, leiteten deutsche Staatsanwaltschaften im Vorjahr 914 Ermittlungsverfahren ein – eine Steigerung von fast 40 Prozent gegenüber 2009. Die beschlagnahmten Anabolika-Präparate stammen hauptsächlich aus China, Ägypten und Pakistan. Im Raum Hannover ging den Fahndern eine Marge ins Netz, die aus Ecuador und Costa Rica kam. Die Beamten stießen bis in den Leistungssport. Demnach verhafteten sie im Dezember 2008 einen 21-jährigen Gewichtheber aus dem B-Nationalkader und seinen Vater. Beide sollen mit "nicht geringen Mengen" an Dopingmitteln gehandelt haben. Bei Hausdurchsuchungen waren 50.000 Tabletten mit dem anabolen Wirkstoff Methandienon gefunden worden, hinzu kamen Clenbuterol-, Stanozolol- und Testosteronpräparate. Ein Jahr später verurteilte das Landgericht Augsburg den Athleten, der eine Teilnahme an den Olympischen Spielen 2012 in London anstrebte, zu einer Haftstrafe von zweieinhalb Jahren. Sein Vater, der rund 20 Jahre als Gewichtheber-Trainer arbeitete, musste für dreieinhalb Jahre ins Gefängnis.