Liberale zweifeln an Röslers Durchsetzungsfähigkeit - DER SPIEGEL
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Liberale zweifeln an Röslers Durchsetzungsfähigkeit

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Der designierte FDP-Chef Philipp Rösler löst mit seinem Verhalten im Vorfeld des Bundesparteitags Unverständnis in den eigenen Reihen aus. Ein Grund ist die weiter ungeklärte Frage seines Personaltableaus, das Rösler entgegen anderer Ankündigungen nun erst auf dem Parteitag Ende nächster Woche in Rostock vorstellen will, und die weitgehend offene Frage der inhaltlichen Neuausrichtung. Rösler habe jetzt eine unheimlich starke Stellung, sagt der frühere Bundesinnenminister Gerhart Baum. "Er könnte der Partei eigentlich alles zumuten. Die FDP kann es sich gar nicht erlauben, ihn in Rostock abzustrafen. Rösler müsste jetzt schon klare Signale setzen, wo die Reise für die FDP hingehen soll. Er darf nicht den Eindruck erwecken, ein Getriebener zu sein." Auch im Hinblick auf die Frauenfrage handelt Rösler zögerlich. Zwar wünscht er sich mehr Frauen an der FDP-Spitze, ließ aber bislang nicht erkennen, wen er unterstützen würde – obwohl es Interessentinnen gibt. Die Hamburger FDP-Fraktionschefin Katja Suding etwa wäre grundsätzlich bereit, für das Parteipräsidium zu kandidieren. "Der FDP fehlt es weniger an Inhalten als an Personen, die diese gut kommunizieren können", sagt sie. Sie will aber nur antreten, wenn es "klare Signale für einen echten Neuanfang" gibt. Manche Liberale zweifeln, ob Rösler die Härte und Durchsetzungsfähigkeit besitzt, um die FDP in der Bundesregierung zu stärken. "Die neue FDP kommt nur aus der Krise, wenn sie ihre Politik endlich auch in der Bundesregierung durchsetzt", sagt der nordrhein-westfälische Fraktionschef Gerhard Papke. "Das wird der Härte test für die neue Führung. So, wie es bis her gelaufen ist, kann es erkennbar nicht weitergehen." Gelingt Rösler diese Wende nicht, will Papke sogar einen Bruch der Koalition nicht ausschließen. "Die Bundeskanzlerin darf nicht länger alles abwehren, was von der FDP kommt", sagt er. "Sonst kommt der Punkt, an dem die FDP die Regierungsbeteiligung in Frage stellen muss."