Rennteams meutern gemeinsam gegen Formel-1-Boss Ecclestone
Formel-1-Chef Bernie Ecclestone und der Finanzinvestor CVC Capital Partners, der die Mehrheit an den Vermarktungsrechten der Rennserie hält, geraten unter Druck. Nach SPIEGEL-Informationen drohen neben Ferrari auch die Teams von Mercedes, McLaren und Red Bull mit der Gründung einer eigenen Rennserie. Die Chefs der vier wichtigsten Teams, die sich schon mehrfach zu Geheimtreffen verabredet haben, sind sich weitgehend einig: Das Geschäftsmodell Formel 1 soll zu ihren Gunsten geändert werden. Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo sagte in einem CNN-Interview, die Teams könnten eine "eigene Firma" gründen, sie "veranstalten dann eigene Rennen und haben die TV-Rechte". Bislang nehme die Rennserie viel zu wenig Geld durch die Vermarktung ein. In den neuen Medien sei die Formel 1 kaum präsent, und auf dem wichtigen US-Markt gebe es keine Rennen. Zudem erhalten die Teams nur die Hälfte der Einnahmen, die andere Hälfte behalten die Besitzer der Vermarktungsfirma, vor allem CVC Capital. Der Vertrag, der die Teams an den Vermarkter bindet, läuft 2012 aus. "Dann gehört CVC theoretisch gar nichts mehr", sagt der Ferrari-Boss. Die Teams haben drei Möglichkeiten: Sie könnten eine eigene Serie gründen, einen anderen Partner finden wie den interessierten Medienunternehmer Rupert Murdoch, oder die bisherigen Vermarkter CVC Capital und Ecclestone gehen auf ihre Forderungen ein.