Abu Nidal kündigt Zeugenaussage gegen Libyen im Lockerbie-Prozess an - DER SPIEGEL
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Abu Nidal kündigt Zeugenaussage gegen Libyen im Lockerbie-Prozess an

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Der berüchtigte Top-Terrorist Abu Nidal, 63, will in den Lockerbie-Prozess eingreifen. Nach Informationen des Nachrichten-Magazins DER SPIEGEL ist ein Mitglied von Nidals palästinensischer Freischärler-Truppe "Fatah - Revolutionärer Rat" bereit, im Prozess um den Bombenanschlag auf den Pan-Am-Jumbo "Maid of the Seas" auszusagen. Bei der Explosion der US-Linienmaschine über dem schottischen Städtchen Lockerbie hatten am 21. Dezember 1988 insgesamt 270 Menschen den Tod gefunden. Seit Anfang Mai wird in den Niederlanden den beiden libyschen Ex-Agenten Amin Chalifa Fuheima, 44, und Abd al-Bassit Ali al-Mikrahi, 48, der Prozess gemacht. Die Angeklagten beteuern ihre Unschuld.

Abu Nidal behauptet nun in einer dem SPIEGEL zugegangenen Erklärung, der Anschlag gehe auf das Konto des hohen libyschen Geheimdienstführers Abdullah al-Sanussi. Der sei "verantwortlich für die Organisation und die Durchführung" des Anschlags. Abu Nidal: "Unsere Bewegung ist bereit, ein Mitglied unseres Kaders als Zeuge in dem Prozess erscheinen zu lassen. Es hat alle Details und handfeste Beweise." Abu Nidal, der zeitweilig selber als Drahtzieher von Lockerbie gehandelt wurde, soll - was die ägyptische Regierung offiziell dementiert - Asyl am Nil gefunden haben.

(DER SPIEGEL 20/2000, Panorama Ausland)