Künstliche Haut von Henkel
Der Düsseldorfer Chemie- und Kosmetikkonzern Henkel hat eine künstliche Haut entwickelt, die intern "Henkels Hautequivalent" (sic!) genannt wird. Versuche mit den pfenniggroßen Modellen sollen in den nächsten Jahren zu Pflegemitteln führen, die auch im Alter eine junge Haut bewahren. Das meldet das Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL in seiner neuesten Ausgabe.
"50-jährige Frauen werden die Haut einer 30-Jährigen haben, wenn sie rechtzeitig und regelmäßig unsere Cremes auftragen", erläutert Thomas Förster, Forschungschef "Biochemie Haut" bei Henkel, seine Vision für die kommenden Jahre. "Damit werden wir einen Fortschritt schaffen wie beim Übergang vom Fahrrad zum Automobil."
In ihrem Forschungsprojekt mit dem Kunstprodukt testen die Wissenschaftler tausende von Stoffen, darunter Algen aus dem Polarmeer und Plankton aus der Südsee, in ihrer Wirksamkeit auf den Alterungsprozess der Haut. Erste Treffer böten bereits die Basis für künftige Cremes, sagt der Henkel-Forscher. Die neue Kunsthaut, in der die Kommunikation der Zellen untereinander imitiert wird, soll den Forschungs- und Zeitaufwand erheblich reduzieren, weil Versuche am Menschen erst in der späteren Produktentwicklung nötig werden.
(DER SPIEGEL 20/2000, Seite 96)