Gagfah-Chef wegen Insider-Verdacht zunehmend unter Druck - DER SPIEGEL
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Gagfah-Chef wegen Insider-Verdacht zunehmend unter Druck

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Der mit einer Milliardenklage der Stadt Dresden konfrontierte Immobilienkonzern Gagfah gerät immer stärker unter Druck. Den Managern des Unternehmens wird vorgeworfen, beim Verkauf von Wohnungen nicht nur die vereinbarte Sozialcharta ignoriert zu haben, die etwa ein Vorkaufsrecht für die Mieter vorsah. Gagfah-Chef William Brennan soll zudem beim Verkauf von Aktien im Wert von 4,7 Millionen Euro Anfang Februar von Insiderwissen profitiert haben. Beide Vorwürfe bestreitet die Gagfah. Von Inhalt und Umfang der Ansprüche der Stadt habe man "erstmals mit Erhalt der Klageschrift am 8. April 2011 Kenntnis nehmen können". Ein siebenseitiger Vermerk aus der Dresdner Stadtkämmerei legt laut dem Hamburger Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL allerdings den Verdacht einer früheren Kenntnis nahe. Die Gespräche über einen Vergleich, steht da, seien Ende 2010 ergebnislos beendet worden. Das Management der Gagfah musste also wissen, dass Dresden nur noch klagen konnte. Und diese Klage, so der Vermerk, war "bis zum 31.03.2011 einzureichen". Die Finanzaufsicht BaFin will nächste Woche über ein Untersuchungsverfahren beraten. Der Gagfah wird von Branchenexperten auch vorgeworfen, Wohnungssanierungen und Verkehrssicherungsmaßnahmen zu verschleppen. Vergangenen Donnerstag gab das Unternehmen bekannt, für das erste Quartal 2011 keine Dividende zu zahlen und mehr in Sanierungsmaßnahmen des Bestandes investieren zu wollen. Der ist nach SPIEGEL-Recherchen in erbärmlichem Zustand. Diverse Gagfah-Häuser sind teils seit Jahren mit Planen verhängt, weil Schieferplatten herabstürzen. In Hamburg musste ein Bezirksamt den Konzern auffordern, einsturzgefährdete Balkone zu stützen. Die Gagfah bestreitet das, man habe von selbst die Verkehrssicherung unternommen. Zudem würde das Unternehmen seinen Sicherungspflichten unverzüglich und unmittelbar nachkommen.