BayernLB soll für Formel-1-Verkauf mehr Geld erhalten haben
Der frühere BayernLB-Vorstand Gerhard Gribkowsky hat beim Verkauf eines Knapp-50- Prozent-Pakets seiner Bank an der Rennsportserie Formel 1 im Jahr 2006 offenbar mehr Geld herausgeholt als die bislang bekannte Summe von 837 Millionen Dollar. Das geht aus internen Unterlagen des Instituts hervor. Die BayernLB hatte ihre Beteiligung damals zusammen mit der von Bernie Ecclestones Familienholding Bambino an den Finanzinvestor CVC veräußert. Der konnte sich dadurch die Mehrheit an der Motorsportgruppe sichern und zeigte sich entsprechend großzügig. Das Nachsehen hatten zwei US-Investmentbanken, die ihre Beteiligungen erst später an CVC veräußerten. Weil CVC auch ohne sie bereits das Sagen bei der Formel 1 hatte, bekamen sie offenbar weniger pro Anteilsschein als BayernLB und Bambino. Ein Teil der von CVC so eingesparten Summe floss im Rahmen einer vertraulichen Zusatzvereinbarung ("profit sharing agreement") nachträglich an die BayernLB und Bambino – offenbar als eine Art Prämie. Laut einem Aufsichtsratspapier handelte es sich allein bei der BayernLB um einen Betrag "in einstelliger Millionenhöhe". Hintergrund: Hätten die Bayern und Ecclestone die beiden Investmentbanken frühzeitig in ihre eigenen Verkaufspläne eingeweiht, wären alle Anteile wohl zum gleichen, entsprechend höheren Preis an CVC gegangen. Der Finanz investor wollte sich zu dem Vorgang nicht äußern. Auch ein BayernLB-Sprecher lehnte mit Hinweis auf die laufenden Ermittlungen der Staatsanwaltschaft jeden Kommentar ab.