Staatsanwälte in Frankfurt und Washington ermitteln gegen Bauriesen Bilfinger Berger - DER SPIEGEL
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Staatsanwälte in Frankfurt und Washington ermitteln gegen Bauriesen Bilfinger Berger

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Auf den designierten Bilfinger-Berger-Boss Roland Koch kommen schwere Aufgaben zu. Staatsanwälte in Frankfurt am Main und Washington ermitteln nach Informationen des Hamburger Nachrichten-Magazins DER SPIEGEL gegen deutsche Mitarbeiter einer nigerianischen Tochterfirma wegen Bestechung. In den USA droht dem Unternehmen eine Strafe in zweistelliger Millionenhöhe. Die Firma Julius Berger Nigeria PLC, an welcher der Mannheimer Bauriese 49 Prozent hält, steht in dem Verdacht, in Nigeria über Jahre hinweg systematisch Aufträge mit Bestechungsgeld erkauft haben.

Ende vergangenen Jahres hatte sich das US-Justizministerium gemeldet. Man habe Ermittlungen gegen den Konzern aufgenommen. Die US-Fahnder waren auf den Baukonzern gestoßen, als sie gegen zwei amerikanische Unternehmen wegen Bestechung in Nigeria ermittelten. Weil Bilfinger über ein großes Amerika-Geschäft verfügt, gerieten auch die Deutschen ins Visier der US-Justiz. Bilfinger Berger beauftragte die Kanzlei DLA Piper mit internen Ermittlungen. Im Januar legten die Anwälte ihren "vertraulich" klassifizierten Bericht dem Vorstand vor. Demnach sollen beim Bau einer Pipeline für die Nigerian National Petroleum Corporation Mitarbeiter der Staatsfirma mit Bargeld aus einer schwarzen Kasse von Berger in Nigeria bestochen worden sein. Zudem hätte das Unternehmen seinem US-Partner einen Kredit über eine Million Dollar eingeräumt, als dieser zugesagten Schmiergeldzahlungen nicht hätten nachkommen können.

Seit ein paar Wochen ermittelt auch die Staatsanwaltschaft Frankfurt in dem Fall. Sechs Bilfinger-Berger-Manager stehen unter Verdacht. Die Ermittlungen seien noch ganz am Anfang, heißt es aus der Behörde.