Staatsanwälte rüffeln Aufseher der BayernLB
An dem Milliardendebakel um den Kauf der österreichischen Hypo Group Alpe Adria durch die BayernLB im Sommer 2007 trägt der Verwaltungsrat nach Ansicht der Münchner Staatsanwaltschaft eine gehörige Mitschuld. Das geht aus der knapp 500-seitigen Anklageschrift der Strafverfolger gegen acht ehemalige Vorstände des Instituts hervor. In dem Schriftsatz werfen die Ermittler den Beschuldigten unter anderem vor, die Kärntner Bank viel zu teuer gekauft und auf Wertgarantien verzichtet zu haben. Deren Anwälte weisen das zurück. Doch auch die Verantwortung der Mitglieder im Kontroll gremium wird in der Anklage mehrmals betont. Dort saßen zu jenem Zeitpunkt etwa der frühere bayerische Sparkassen präsident Siegfried Naser und Bayerns Ex-Finanz minister Kurt Falthauser. Sie und die übrigen Mitglieder des Ver waltungsrates hätten die Expansion der BayernLB nach Osteuropa aus eigenem Gewinninteresse massiv unterstützt, heißt es in der Anklageschrift. Im heimischen Privatkundengeschäft, so die Ermittler, sollte sich die Landesbank auf Wunsch der Kontrolleure dagegen zurück halten, weil sie sonst den Sparkassen als Anteilseigner Konkurrenz gemacht hätte. Scharf rügen die Ermittler insbesondere Ex-BayernLB-Chefkontrolleur Falthauser, der die Vorstände erheblich unter Druck gesetzt habe. Ob sie "zu blöd" seien, "eine Bank zu kaufen", soll er sie angeherrscht haben, nachdem ihr Versuch, zunächst ein anderes österreichisches Institut zu übernehmen, Ende 2006 gescheitert war.