Neue Siemens-Korruptionsaffäre in Kuwait
Der Siemens-Konzern hat erneut mit Bestechungsvorwürfen zu kämpfen. Die Staats - anwaltschaft München ermittelt seit kurzem im Zusammenhang mit dem Bau eines Kraftwerks im Emirat Kuwait. Dort sollen Siemens-Mit arbeiter zu Beginn dieses Jahres von einem Mittelsmann eines Ministers zu Schmiergeldzahlungen gedrängt worden sein, um den Auftrag im Wert von gut 180 Millionen Euro gegen einen japanischen Konkurrenten zu ergattern. Von mindestens 1,25 Millionen Euro Bestechungsgeld für den Politiker war die Rede. Eine Geldübergabe kam allerdings nicht zustande. Siemens hat nach ersten Hinweisen auf die geplanten Zahlungen selbst die Münchner Staatsanwaltschaft eingeschaltet. Drei Mitarbeitern des Konzerns, die mit dem Kuwait-Projekt betraut waren, wurde inzwischen fristlos gekündigt. Gegen sie ermittelt die Staatsanwaltschaft nun wegen Bestechungsverdachts. Mindestens zwei Betroffene kamen zunächst in Untersuchungshaft. Siemens hat wegen des Falls inzwischen auch die USBörsenaufsicht SEC über den Fall informiert, unter deren Kuratel das Unternehmen seit der Korruptionsaffäre aus dem Jahr 2006 steht. Man sei "sofort und mit aller Härte gegen die Verdächtigen vorgegangen", heißt es im Konzern, dessen Chef Peter Löscher in der Vergangenheit damit beschäftigt war, mit der in der Vergangenheit üblichen Schmiergeldpraxis des Konzerns aufzuräumen. Die Staatsanwaltschaft wollte sich zu dem Verfahren nicht näher äußern, die Ermittlungen seien noch am Anfang.