Ärztenetz Medis Westerwald im Verdacht der Bestechlichkeit - Mediziner sollen bestimmte Pharmafirmen bevorzugt haben - DER SPIEGEL
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Ärztenetz Medis Westerwald im Verdacht der Bestechlichkeit - Mediziner sollen bestimmte Pharmafirmen bevorzugt haben

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Die Staatsanwaltschaft Koblenz hat ein Ermittlungsverfahren gegen das Ärztenetz Medis Westerwald eröffnet, in dem sich 39 niedergelassene Ärzte der Region zusammengeschlossen haben. Die Ärzte stehen im Verdacht der Bestechlichkeit, weil sie ihren Patienten bevorzugt Medikamente von bestimmten Pharmafirmen verordnet haben. Dabei sollen die Ärzte mit Hilfe des aut-idem-Verbots die Abgabe eines für die Krankenkasse günstigeren Arzneimittels verhindert haben. Für die bevorzugte Verordnung bestimmter Firmen sollen die Mediziner dabei in Form von Zuwendungen belohnt worden sein. Eine Auswertung der AOK habe bestätigt, dass die bei Medis Westerwald organisierten Ärzte "mit ihrem aut-idem-Ausschluss teilweise erheblich über dem Landesdurchschnitt liegen", wie der Koblenzer Oberstaatsanwalt Horst Hund dem SPIEGEL auf Anfrage mitteilte. Die Zuwendungen, die die Ärzte durch dieses Verschreibungsverhalten erhalten haben, sind dabei vermutlich nicht von Pharmafirmen direkt, sondern über die Firma Medmedias geflossen. Die Geschäftsführer dieser Firma gehören ebenfalls zu den Beschuldigten der Staatsanwaltschaft. Medmedias räumt die Weitergabe "zusätzlicher Rabatte" an die Ärzte ein, hält diese aber für gerechtfertigt. "Es werden also keine Schmiergelder gezahlt, sondern legitime Verträge erfüllt", teilt der Anwalt eines Medmedias-Gesellschafters mit. Die Geschäftsführer des Ärztenetzes ließen konkrete Fragen zu den Vorwürfen unbeantwortet. Medmedias gibt auf seiner Homepage an, mit der Pharmafirma Heumann einen "Kooperationsvertrag" geschlossen zu haben. Niedergelassene Ärzte im Landkreis Altenkirchen (Westerwald) kreuzen in 8,1 Prozent aller Fälle das aut-idem-Verbot auf dem Rezept an. Unter den Heumann-Präparaten beträgt der Anteil dagegen 38 Prozent. Das Pharmaunternehmen Heumann beantwortete keine Fragen zu den Vorwürfen. Zu den Firmen, die von den Ärzten bevorzugt wurden, gehören nach Angaben der Staatsanwaltschaft neben Heumann auch CT und Sandoz. Gegen die Firmen werde aber nicht ermittelt, teilt die Staatsanwaltschaft mit.