Deutscher Bank droht Schlappe vor Gericht
Im Streit um den gefloppten Riesenradfonds Global View droht der Deutschen Bank und der Fondsgesellschaft DBM Fonds Invest eine Schlappe vor Gericht. Mit Blick auf die Klage eines Bielefelder Ehepaars kam das Landgericht Frankfurt zur vorläufigen Einschätzung, dass die Angaben zu den Risiken im Fondsprospekt für ein Riesenrad in Peking "nicht ausreichend" sein dürften. Das geht aus einem Beschluss hervor, der dem SPIEGEL vorliegt. Das Ehepaar fordert in dem Prozess 30.000 Euro plus Zinsen zurück. Insgesamt hatten Anleger mehr als 200 Millionen Euro in den Fonds eingezahlt, der Riesenräder in verschiedenen Metropolen finanzieren sollte. Keines der Projekte wurde verwirklicht.
Die DBM Fonds Invest, die den Fonds aufgelegt hatte, bot Investoren eine Rückzahlung über 60 Prozent ihrer Investition sofort oder 85 Prozent im Jahr 2018, was viele annahmen. Die Deutsche Bank, die den Fonds vertrieb, erklärt, die mit dem Investment verbundenen Risikoaspekte in der Beratung ausführlich beleuchtet zu haben. Das Frankfurter Gericht bemängelt jedoch, dass die Provisionen für die Bank im Prospekt nicht ausreichend erkennbar gewesen seien. Die DBM Fonds Invest verweist darauf, dass das Verfahren sich in einem frühen Stadium befinde. Anlegeranwalt Tilman Langer dagegen ist überzeugt: "Mit dieser deutlichen Aussage dürfte der Rechtsstreit entschieden sein."