Bernard Kouchner im SPIEGEL: Forcierte Rückkehr der Flüchtlinge gefährdet Frieden im Kosovo - DER SPIEGEL
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Bernard Kouchner im SPIEGEL: Forcierte Rückkehr der Flüchtlinge gefährdet Frieden im Kosovo

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Gegen eine von Deutschland forcierte Rückkehr albanischer Flüchtlinge in das Kosovo hat sich der Uno-Administrator der Balkanprovinz, der Franzose Bernard Kouchner, ausgesprochen. Solch eine Aktion würde "nicht allein den Frieden, sondern auch die Wirtschaft" beim Neuaufbau des Landes gefährden, sagte der Unmik-Chef in einem SPIEGEL-Interview.

Erwartungen des deutschen Bundesinnenministers Otto Schily, für eine große Welle von Rückkehrern gebe es genügend Jobs, seien "schlichtweg falsch", sagte Kouchner. 50 Prozent der Kosovaren seien noch ohne Beschäftigung. "Wir wollen keine neue Krisen produzieren, wir haben uns gerade mal über den Winter gerettet."

Den Deutschen empfiehlt der Uno-Verwalter, dem Schweizer Vorbild zu folgen und albanische Rückkehrer mit "wesentlich mehr finanziellen Hilfen" auszustatten: "Ich habe Schily gebeten, auch seine Hilfen aufzustocken." In Deutschland leben noch etwa 160.000 Kosovo-Albaner, die nach 1990 vor serbischen Repressalien geflüchtet waren.

(DER SPIEGEL 21/2000, Seite 190)