Riesen-Defizit beim Deutschen Roten Kreuz in Berlin - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Riesen-Defizit beim Deutschen Roten Kreuz in Berlin

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Der Berliner Landesverband des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) steht möglicherweise vor der Pleite. Nach einem internen Bericht der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft BDO weist der Wohlfahrtsverband nach einer Meldung des Nachrichten-Magazins DER SPIEGEL ein Defizit von fast 72 Millionen Mark auf; die Summe sei "nicht mehr durch Eigenkapital gedeckt".

Die Prüfer werfen dem Berliner DRK laut SPIEGEL schwere Managementfehler vor. In den vergangenen Jahren habe es erhebliche Informations- und Kommunikationsprobleme zwischen einzelnen Abteilungen sowie ein heilloses Durcheinander in den Finanzbeziehungen zu den Kreisverbänden gegeben. Architektenleistungen in Höhe von 500.000 Mark seien als "Fehlinvestitionen zu betrachten". Beim Jahresabschluss 1998, so der Bericht, habe "niemand einen Gesamtüberblick" gehabt.

Anfang des Jahres hatte der Berliner DRK-Präsident und ehemalige Regierende Bürgermeister Klaus Schütz die Finanzmisere öffentlich eingeräumt. Eine Überschuldung, so Schütz, sei jedoch "nicht gegeben". Derzeit erarbeitet eine Unternehmensberatung ein Reformkonzept, das die "bedrohliche wirtschaftliche Lage" (Schütz) des Berliner Landesverbandes beheben soll.

(DER SPIEGEL 21/2000, Panorama)