Hans R. Beierlein schockiert über neue MDR-Affäre
Beim Mitteldeutschen Rundfunk (MDR) ist die Urlaubszeit unplanmäßig früh vorbei: Intendant Udo Reiter kehrte vorzeitig ins Büro zurück, der Fernsehdirektor ebenfalls, die juristische Direktorin blieb sicherheitshalber gleich in der Leipziger Zentrale. Grund: Vergangene Woche wurde Udo Foht suspendiert – er soll seine Position als Unterhaltungschef des ostdeutschen Senders "für private Zwecke missbraucht" haben. Die Staatsanwaltschaft ist eingeschaltet.
Foht soll sich von mehreren Leuten Geld geliehen und dabei nicht immer sauber zwischen Beruflichem und Privatem getrennt haben. So soll er auch den Volksmusikproduzenten Hans R. Beierlein schon vor Jahren um eine wenn auch lächerlich kleine Finanzspritze für eine Show angegangen sein. Damals habe er sich schon gewundert, dass der Unterhaltungschef eines gebührenfinanzierten Senders so was nötig habe, sagt Beierlein nun. Er zeigt sich so schockiert wie überrascht von den Vorwürfen und hält es für ein "erhebliches Ärgernis", dass derlei "ausgerechnet beim gebührenfinanzierten MDR" möglich gewesen sein soll. Auch Burda- Manager Philipp Welte, einst Pressesprecher des Kanals und später Foht-Freund, wurde angepumpt: 30.000 Euro habe er ihm geliehen. "Man ist fassungslos, wenn man einem langjährigen Freund in einer für ihn schwierigen finanziellen Situation privat finanziell hilft und plötzlich merken muss, dass man offenbar Objekt eines dubiosen Systems geworden ist", sagt Welte.
Dem MDR gegenüber soll Foht gesagt haben, Welte habe ihm einen Produktionskostenvorschuss gewährt. Foht soll auch MDR-Briefpapier für seine Bettelaktionen verwendet haben, nach bisherigen Erkenntnissen kam der Sender allerdings nicht zu finanziellem Schaden. Unklar ist, wofür Foth das geschnorrte Geld brauchte. Foht war für den SPIEGEL nicht erreichbar. Der skandalerprobte MDR war zuletzt wegen einer Millionenuntreue beim von ihm gelenkten Kinderkanal in den Schlagzeilen.